Determinismus: Mythos freie Entscheidung
Viele werden folgendes Beispiel kennen: Bittet man einige Personen, die diesen Versuch selbst noch nicht kennen, zufällig ein Werkzeug zu nennen, lautet die Antwort in der Regel "Hammer". Daraufhin nach einer zufälligen Farbe gefragt, lautet die Antwort in der Regel "rot". Nun wird man argumentieren, dass der Hammer schlicht das bekannteste Werkzeug ist und es irgendeine unterschwellige Verbindung zwischen Hammer und rot geben wird, doch das ist ja gar nicht der springede Punkt. Der ist nämlich, dass wir diese Antworten einzig auf Basis vorausgegangener Erfahrungen geben. Und das trifft ebenfalls auf die wenigen Leute zu, die "Säge" und "blau" sagen, weil auch diese einzig auf Basis vorheriger wenn auch offenbar anderer Erfahrungen diese Antwort geben - z.B. weil sie (vorher) gelernt haben, eine solche Frage umgehend kritisch zu reflektieren und daher den zweitbesten Gedanken zu äußern.Technisch Versierte kennen sicherlich auch das Problem der Zufallszahlen auf Rechenmaschinen egal welcher Art. Ein Computer kann keine Zufallszahlen erzeugen, es geht einfach nicht. Man bedient sich in dieser Disziplin einem sogenannten Pseudozufallszahlengenerator, der z.B. aus Mausbewegungen oder sonstigen schwankenden Signalen scheinbar zufällige Zahlen erzeugt. Man braucht also auch hier stets vorhergehende Ereignisse.
Oder man kennt es aus der Physik. Als man noch wenig über physikalische Begebenheiten wusste, wurden die Geschehnisse dem Zufall, Zauberei oder einem allmächtigen Überwesen zugerechnet. Mit der Zeit lernte man immer tiefer in physikalische Gesetzmäßigkeiten einzublicken, so dass man inzwischen komplexe chemische Reaktionen oder über viele Jahrtausende auftretende Planetenkonstellationen berechnen kann. Mit jedem Tag eliminieren wir durch Forschung quasi ein weiteres Stück Zufall. So weit wir jetzt auch noch davon entfernt sind, die uns aktuell bekannten elementarsten Prozesse zu erklären, so gering werden uns diese in 1000 Jahren vorkommen.
Worauf ich hinaus will? Ob Bakterium, Pflanze, Tier oder Mensch, im Endeffekt reagiert alles ausschließlich auf Basis vorausgehender Ereignisse. Zufall gibt es nicht - eine echte Wahl haben wir nicht. Wer beispielsweise diesen Artikel nun gelesen hat, wird sich bei der nächsten anstehenden Entscheidung daran erinnern, und daraufhin, um mir das Gegenteil zu beweisen, das genaue Gegenteil von dem tun, was er eigentlich entschieden hätte. Der Punkt ist aber wieder, dass derjenige das nur deshalb tut, weil er diesen Text gelesen hat. Aktion und Reaktion.
Das lässt sich natürlich auch noch viel mehr im Detail bis hin zu biologisch/chemisch/physikalischen Prozessen ausleuchten, aber ich denke mein Anliegen ist klar:
Freie Entscheidung wird schlicht überbewertet. Wir sind nichts anderes als ein hochkomplexes Ameinsenvolk namens Menschheit, zu dessen Eigenschaften als oberstes Glied der Nahrungskette es gehört, sich einzigartig und frei vorzukommen.
Einigkeit dagegen herrschte unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass die Existenz eines autonomen biologischen Indeterminismus unwahrscheinlich ist.
- Determinismus in Physik, Biologie und Neurowissenschaften (Uni Bielefeld)
Wünsche einen schönen vorhersehbaren Tag
...In der Halle der gesammelten Schriften fällt dir direkt die goldene Schriftrolle ins Auge, auf ihrem Siegel befindet sich ein "E". Du brichst das Siegel und zum Vorschein kommt folgendes: "Rellits Ednuerftrops - Nlök ni deggulpnu VTM". Es muss ein geheimer alter Code sein.
wissenschaft
03.12.2009 -
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